Geschichte

Wem gehörte das geheimnisvolle Fürstengrab im deutschen Troja?

Auf der berühmten Heuneburg in Baden-Württemberg haben Archäologen Anfang Oktober mit zwei Schwerlastkränen ein 80 Tonnen schweres Fürstengrab in einem Stück aus der Erde gehoben.

Das Rätsel: Ruht dort der unbekannte Keltenkönig, der vor 2500 Jahren über ein deutsches Troja mit Verbindungen bis über das Mittelmeer herrschte?

Jetzt zeigen erste Untersuchungen: In dem außergewöhnlich großen, prachtvoll mit Eiche und Tanne getäfelten Holzkammergrab aus dem 6. Jahrhundert v.Chr. liegen unschätzbar kostbare Beigaben aus Gold und Bernstein.

Ganz in der Nähe legten Forscher schon früher die Gräber einer überaus edel gekleideten Dame und eines etwa dreijährigen Mädchens aus den Jahren 583/582 v.Chr. frei. Archäologen nennen die reiche Tote nach einem alten Friedhofsgelände „Fürstin vom Bettelbühl“.

Die Heuneburg gilt als die älteste Stadt nördlich der Alpen. Der Berg ist heilig, die Festung  mit den monumentalen Mauern unbezwingbar. In der Bronzezeit bauen die Kelten internationale Handelsbeziehungen auf. Ihre Kaufleute reisen über Alpen und Adria bis ins Griechenland Homers. Dort kennen Geographen die ferne Stadt an der Donauquelle als „Pyrene“.

Der Keltenkönig ist ein Zeitgenosse von Buddha, Zarathustra und Pythagoras. Seine Stadt ist wie Rom auf sieben Hügeln gebaut und ragt genauso majestätisch über das Donautal wie einst Troja über die Dardanellen.

Die Blockbergung per Kran ist vom Klimawandel erzwungen: Sonden zeigen, dass das Erdreich dort immer trockener wird, sehr zum Schaden der wissenschaftlich außergewöhnlich wertvollen Funde.

Für eine fachgerechte Freilegung blieb deshalb keine Zeit mehr. Deshalb machen sich Archäologen, Restauratoren und Naturwissenschaftler jetzt im Labor des Stuttgarter Landesamts für Denkmalpflege ans Werk. Und was sie entdecken, passt perfekt ins Bild einer königlichen Gruft.

Rätsel gelöst! Jetzt wollen die Forscher auch noch herausfinden, ob die Toten nicht nur, wie Landesarchäologe Prof. Dirk Lutz Krauße sagt, „nahverwandte Mitglieder der politisch führenden Familien“ sind, „die um 600 v. Chr. das Sagen auf der Heuneburg hatten“. Sondern womöglich sogar Vater, Mutter und Kind. Dann wären die Royals aus der Bronzezeit sogar die erste deutsche Königsfamilie!

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