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Trocken-Talk in „Hart aber fair“: ARD-Wetterfrosch fordert Swimmingpool-Ampel

„Hart aber fair. Die Jahrhundert-Dürre: Erleben wir gerade unsere Zukunft?“ ARD, Montag, 29.August 2922, 21 Uhr.

Es brennt! Der Wirtschaftsminister dreht am Rad, der Justizminister beschimpft den Gesundheitsminister, und dazu prasseln in den Wäldern auch noch richtige Flammen. Frank Plasberg schlägt den Feuermelder ein. Die Gäste:

Mona Neubaur (45, Grüne). Die neue NRW-Superministerin für Wirtschaft und Klima behauptet: „Wir brauchen keinen Weckruf, wir handeln schon!“

Werner Marnette (76, CDU). Schleswig-Holsteins Ex-Wirtschaftsminister schimpft über die grüne Energiewende: „Als würde man unserem Land den Stecker ziehen!

Alexander Held (47). Der Forstwissenschaftler warnt: „Häuser in den grünen Wald zu bauen ist wie Häuser in das Überflutungsgebiet eines großen Flusses zu bauen!“

Carla Reemtsma (24). Die Klimaaktivistin („Friday For Future“) donnert auf Twitter: „Tankrabatt & Gasumlage,  die Klimazerstörung fossiler Großkonzerne – die Verantwortungslosigkeit in der Krise ist unbeschreiblich!“

Rolf Schmiel (49). Der Diplom-Psychologe lästert: „Ich habe mehr Verständnis für den Bürger als für die Politik, die nur darauf ausgerichtet ist, wiedergewählt zu werden.

Sven Plöger (55). Der ARD-Wetterfrosch doziert über Dürren, Waldbrände und Starkregen: „Das ist neue Normalität, definitiv. Das ist Klimawandel haptisch“ – soll heißen: zum Anfassen.

Gibt’s heute flammende Appelle oder doch nur wieder dürre Worte?

Schwungvollstes Sofortprogramm

FFF-Aktivistin Reemtsma feuert volles Mehrzweckstrahlrohr in die Runde: „Wetterphänomene! Klimaextremlagen! Riesen-Monsun in Pakistan!“, wettert die Studentin im Stakkato los. „Wir erleben nicht unsere Zukunft, wir erleben unsere Gegenwart! 10.000 Hitzetote! Politische Verantwortungslosigkeit!“

Grüne-Ministerin Neubauer will auf dem Wortschwall in die politische Praxis surfen: „Klimaschutz als die Menschheitsaufgabe für das Jetzt begreifen!“, schwurbelt sie. „Zielgenau entlasten! Versorgung mit Gas sicherstellen! Erneuerbare im Schnellzug ausbauen!“

Explosivster Vorwurf

Marnette war schon überall und kennt den Klimawandel „aus Chile, als Afrika, aus Asien.“ Seine Erkenntnis: „Das ist ein globales Thema, was wir nicht alleine erledigen können.“

Seine Kritik zielt zentral auf den Vizekanzler: „Herr Habeck reist durch die Welt und hat fröhlich erklärt: Wir kaufen das Gas zu Höchstpreisen ein!“, zitiert er den grünen Minister und ringt die Hände: „Weltweit! Wir nehmen anderen Ländern, die auch von der Klimakrise betroffen sind, das Gas weg! Da ist überhaupt keine Logik mehr drin!

Luftigstes Beispiel

„Ich bin Segelflieger“, outet sich Wetterfrosch Plöger, als einziger der Herren ohne Einstecktuch angetreten. „Wenn man einen Landeanflug macht, und will landen, dann ist ganz wichtig, was der Anflug bringt!“

Denn, so der Experte mit erhobenem Zeigefinger: „Wenn man einen Landeanflug ganz vergeigt, dann muss man ganz zum Schluss eine Bruchlandung vermeiden. Und dann tut der Pilot alles, damit er nicht irgendwie aufschlägt. So sehe ich uns im Moment politisch.“ Heidewitzka, Herr Flugkapitän!

Unwillkommenste Selbstkritik

„Wir haben uns das Gas viele Jahre schöngeredet!“, gesteht Plöger dann. „Wir haben uns Herrn Putin schöngeredet. 15 Jahre lang!“ Dafür gibt’s den ersten Beifall.

Marnette stimmt laut in das Selbstanklagelied ein: „Wir sollten alle in Sack und Asche gehen!“ Er selbst habe als Chef einer extrem energieintensiven Aluminiumhütte „das Gas gern genommen, weil wir einen Beitrag zum Klimaschutz erbringen wollten!“

Uff! Die FFF-Aktivistin zu seiner Linken funkt sofort dazwischen: „Sie haben uns genau in diese Abhängigkeit von billigem russischem Gas gebracht!“, faucht sie.

Parteiischste Moderation

Marnette möchte sich damit verteidigen, dass die Alu-Produktion früher mit Koks noch viel umweltschädlicher gewesen sei: „Ich würde Ihnen das noch mal gerne erklären, was damals gemacht worden ist“, beginnt er hoffnungsvoll.

Nicht mit Plasberg! „Sie müssen einem jungen Menschen nichts erklären, der so im Stoff ist wie Frau Reemtsma“, bremst ihn der Talkmaster aus. „Die hat das drauf.“ Das ist ja mal ein seltener Sympathiebeweis!

Verheerendste Diagnose

Für Waldbrandexperte Held gibt’s kein Vertun: „Wir müssen uns an diese Szenarien gewöhnen, wie wir uns auch an Hochwasser, Stürme, Borkenkäfer und alle diese Extreme gewöhnen müssen“, erklärt er umstandslos. Das alles werde Normalität werden.

Seine alarmierende Erkenntnis: „Jetzt sorgt das Wetter dafür, dass das ganze Land brennbar wird. Wenn es lange genug trocken ist, wird alle Biomasse zu Brennmaterial.“

Willkommenster Dreh

„Wie entstehen diese Brände eigentlich?“, will Plasberg wissen. Helds Antwort ist so trocken wie der Sommer: „Die drei Hauptursachen sind Männer, Frauen und Kinder!“

Neubauer schildert abgebrannte „Kalamitätsflachen, die eher aussehen wie eine Mondkraterlandschaft“ und kündigt an, in NRW „Windräder zuzulassen für die Jahrzehnte, bis der Wald nachgewachsen ist.“ Profite durch Propellerbiotope!

Grünstichigste Attacke

FFF-Reemstma prügelt plötzlich auch auf die Öko-Partei ein: „Ich frage mich, was machen die Grünen in der Regierung besser?“, blafft sie die NRW-Ministerin über den Tresen an. „Wie können sie es noch verantworten, in dieser Regierung zu sein?“ Lebhafter Beifall auf den Rängen!

Neubauers realpolitische Antwort: „Was die Grünen eben auch machen, ist, dass sie die Maßnahmenpakete jetzt Anfang Juli in den Markt gegeben haben, einstimmig mit den Ländern, über das Wind-an-Land-Gesetz, über das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Man kann gerade dem Wirtschaftsministerium nicht vorwerfen, dass es untätig ist…“ Ausgerechnet!

Energischster Ordnungsruf

„Wir brauchen immer massenhaft Backup-Energien oder Speicher!“, mahnt Marnette. „Bevor wir die erneuerbaren Energien weiter ausbauen, müssen wir erst mal zu einem Moratorium kommen…“

Plasberg riecht den Braten: „Sehe ich gerade das Wort ‚Atomkraft‘ durch den Raum schweben?“

Die Kernenergie hat in Deutschland bis zu 160 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden“, rechnet der CDU-Mann rasch vor. „Wenn wir Klimaschutz ernstnehmen, müssen wir uns doch mit dieser Technologie auseinandersetzen, und zwar ideologiefrei!“

Prompt geht das Zoff-o-Meter an die Decke

„Die Atomkraft ist eine Hochrisiko-Technologie!“,  bollert Reemtsma los. „Jetzt darauf umzusteigen, ist einfach nur absurd! Neun von zehn Bürgern wollen jetzt den rapiden Ausbau der Erneuerbaren Energien und nicht zurück zur Atomkraft!“

Dass 61 Prozent die Atommeiler länger laufen lassen wollen, lässt die Aktivistin elegant unter den Tisch fallen. Lieber trägt sie vor, dass Kernkraft fünf Mal teurer sei als Wind- und Sonnenkraft. Und wenn du denkst, es geht nichts mehr, kommt irgendwo ‘ne Studie her…

Windigste Info

Für Grüne-Neubauer ist die Atomkraft „eine Frage, die niemand stellt“, deshalb solle man über sie auch „nicht schwadronieren.“ Und lieber Photovoltaik auf die Dächer setzen.

„Explodierende Strompreise!“ kontert Marnette, doch Plasberg würgt ihn rüde ab und lässt lieber den ARD-Kollegen Plöger über Hochs und Tiefs referieren.

„Es gibt ganz viel Ostwind“, meldet der Wetterfrosch dankbar. „Mich schreiben unheimlich viele Fahrradfahrer an und sagen immer: Ja, wenn ich Radtouren machen, da kommt mir plötzlich der Wind immer entgegen.“ Heiliger Pedalus!

Vergeblichstes Friedensangebot

Marnette wagt trotzdem noch einen Versuch: „Wir sind in einer Erpressungssituation“, erinnert er die Damen nun schon fast verzweifelt an den blutrünstigen Puppenspieler im Kreml. „Herrgott noch mal, das müssen auch Sie begreifen! Das hat doch mit Ideologie nichts zu tun! Wir verlieren Millionen Arbeitsplätze!“

Dann hält er der FFF-Aktivistin publikumswirksam die Hand hin: „Ich lade Sie nach Hamburg ein, und dann gehen wir mal durch die Zahlen. Machen wir das?“

Denkste! Frau Reemtsma, in Hamburg wohnhaft, wird lieber noch mal kernig: „Die Atomkraft ist die allerteuerste Art, Energie zu produzieren“, orgelt sie. Das hat sich allerdings im Rest der Welt noch nicht herumgesprochen…

Philosophischste Statements

Plöger hebt noch mal den Finger. „Einen Gedanken möchte ich noch mal einpflegen“, kündigt er an, lässt dann aber nur eine atemberaubende Banalität vom Stapel: „Wir werden nicht immer alles so machen können, wie wir es gern wollen.“ Halleluja!

Sein Credo: „Es passiert immer das Gegenteil von dem, was wir eigentlich wollen.“

Wässrigste Farbenlehre

Vor einem Luftbild privater Swimmingpools in deutschen Gärten schlägt der ARD-Meteorologe zum Schluss vor: „Wir brauchen politische Rahmenbedingungen, die bestimmte Dinge steuern. Bei den Pools brauchen wir eine Ampel!“

Und mit energischen Handkantenschlägen in die Luft postuliert der populäre Klimalurch: „Die Ampel zeigt Rot, wenn zu wenig Wasser da ist. Dann darf man das nicht, und dann muss das ganz viel Strafe kosten. Die Ampel zeigt Gelb, wenn man den Leuten sagen will: Es wird bald gefährlich. Und wenn Grün ist, meine Güte, dann soll auch einer da rein.“ Amen!

Zitat des Abends

Wenn die Politik irre ist, muss man sich nicht wundern, dass die Menschen bekloppt handeln.“ Rolf Schmiel

Fazit

Toxischer Mix aus faktenfreier Verbotsmoral und zukunftsängstlicher Erziehungslyrik, statt blühendem Erfindungsreichtum immer nur die ollen welken Sonnenblumen. Das war ein klassischer Anti-Talk der Kategorie Morgenstern: „Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf.“

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