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Ami don’t go home!

Die seit den Vietnam-Demos in den späten 1960er Jahren nicht nur bei Kommunisten und Sozialdemokraten populäre Forderung „Ami go home!“ traf schon damals nicht bei allen Linken auf Zustimmung. Zum ersten Mal tauchte der Slogan bereits 1951 auf Transparenten und Klebestreifen auf, die Störtrupps von SED und FDJ auf West-Berliner Bahnhöfen anbrachten. Als zwanzig Jahre später Gerüchte über Abzugspläne aus dem Pentagon aufkamen, geriet die  sozialliberale Koalition in Alarmstimmung. Die damals führenden Sozialdemokraten um Bundeskanzler Willy Brandt und Verteidigungsminister Helmut Schmidt wussten, dass Europa ohne den Schutzschirm der USA der Sowjetunion militärisch völlig ausgeliefert sein würde. Die Karikatur aus dem August 1971 bringt die Panik so mancher Politiker jener Jahre auf den Punkt. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Die Lügentaktik der Linken gegen die Polizei

Je rücksichtsloser Randalierer in unseren Stadtzentren auf Polizisten einprügeln, desto schärfer wird die Kritik der Linken – nicht etwa an den Gesetzesbrechern, sondern an den Gesetzeshütern, die Staat und Gesellschaft schützen. Vor den Gerichten lügen sich ertappte Straftäter oft mühelos raus, stellen sich als Unschuldslämmer dar oder drehen den Spieß sogar um: Schuld seien die „Provokationen“ einer „brutalen“ Polizei aus lauter „Rechtsradikalen“. Oft genug wird die heuchlerische Strafvermeidungsstrategie dann auch noch mit milden oder sogar feigen Urteilen belohnt. Unsere Karikatur aus dem Sommer 1970 zeigt, dass diese Taktik schon in den Anfängen der Studentenunruhen vor 50 Jahren angewandt wurde. Sie hat sich bis heute bewährt. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Mia san mia

Noch hält sich Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder sehr, aber sehr bedeckt, was die Kanzlerfrage angeht. Doch seine sich ständig mehrende Anhängerschar im weißblauen Alpenstaat glaubt trotzdem watzmannfelsenfest an den großen Mann aus München. Die Karikatur aus dem Jahr 1970 zeigt, welche Gedanken sich politische Bajuwaren schon vor 50 Jahren zur Kanzlerwahl machten. Besonders verlockend klingt die Vorstellung jodelnder Rhein-, Sauer- oder Münsterländer als Plan B allerdings nicht: Wenn schon boarisch, dann doch bitte im Original! – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Restalinisierung

Putin hat sein wichtigstes innenpolitisches Ziel erreicht: Die jüngste Verfassungsänderung garantiert ihm die Macht bis 2036. Dann wird er 84 Jahre alt sein und seit 36 Jahren an Russlands Schalthebeln sitzen. Stalin herrschte 26 Jahre lang und starb 1956 mit 83.  Drei Jahre später prangerte Chruschtschow in einer Geheimrede auf dem XX. Parteitag der KPdSU die Verbrechen des toten Parteichefs an. 1961 wurde Stalins Leichnam aus dem Lenin-Mausoleum an der Kreml-Mauer entfernt. Doch schon 1970 leitete Breschnew eine erste Rehabilitierung ein. Die Karikatur von damals glossierte die Verwirrung und Skepsis der Russen gegenüber der plötzlichen Schönmalerei am Bild des Diktators, den westliche Historiker neben Hitler und Mao zu den größten Massenmördern der Geschichte stellen. Seit der Glorifizierung des „Großen Vaterländischen Krieges“ unter Putin werden nun überall sogar neue Denkmäler des Menschheitsverbrechers errichtet. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Politik von Kindesbeinen an

Die Corona-Krise rückt mit den Schulen auch die Kindergärten stärker in den Blick der kritischen Öffentlichkeit: Die neuen Hygienebestimmungen lassen die Klagen über die oft unzumutbaren Zustände deutlich anschwellen. Zugleich stützen sich Protestwellen wie „Friday for Future“ auf Demonstranten im Kindesalter. Die Karikatur von 1970 glossiert eine Entwicklung, die heute dem Ziel immer näher kommt: Die Aktivisten werden immer jünger. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

Cartoons Zeitgeschehen

Kleiner Raketenmann 1970

China will nicht bei den Abrüstungsverhandlungen zwischen Russland und den USA mitmachen. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking erklärte, dass es nicht die Absicht habe, an „sogenannten dreiseitigen Rüstungskontrollgesprächen“ teilzunehmen. Darauf hatte bisher vor allem Washington bestanden: Seit China vor allem im Südchinesischen Meer immer aggressiver auftritt, kann sich Amerika als wichtigste Schutzmacht der asiatischen Demokratien keine weitere Reduzierung seines militärischen Potentials ohne entsprechende Gegenleistung erlauben.

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Die gut getarnten Nazis…

Es ist eine erschütternde Nachricht: Bei einer Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterroristen durchsuchen Spezialkräfte auf Anordnung der Bundesanwaltschaft an 13 Orten in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt Wohnungen und weitere Räumlichkeiten. Dabei werden zwölf Deutsche im Alter von 31 bis 60 Jahre festgenommen, darunter auch ein Verwaltungsbeamter im Verkehrskommissariat.

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Berlin bleibt Berlin

Berlins Polizei im Dauerfrust: Immer mehr Beamte fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Hauptursache ist die Lieblosigkeit, mit der sie behandelt werden, obwohl sie so oft für Freiheit und Ordnung die Knochen hinhalten müssen. Vom Staat und seinen anderen Dienern gibt es kaum Unterstützung für sie, auch, weil die politischen Mehrheiten heute klar bei einer linken SPD, einer aggressiven Linken und einem ungewöhnlich ordnungsfeindlichen grünen Establishment in der Nachfolge der 68er Studenten liegen. Vor 50 Jahren gibt es in Berlin noch bürgerliche Mehrheiten, aber auch schon eine Unkultur des Wegschauens bei politisch motivierten Gewalttätern, wie sie der Cartoon vom 16.Mai 1970 glossiert. Zwei Tage zuvor ist der Kaufhausbrandstifter Andreas Baader von Gesinnungsgenossen um die Terroristin Gudrun Ensslin gewaltsam aus der Haft befreit worden. Die Aktion gilt als Geburtsstunde der Roten-Armee-Fraktion (RAF). Sie sieht sich damals als kommunistische, antiimperialistische Stadtguerilla ähnlich den Tupamaros in Uruguay. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de