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Röttgen warnt vor Machtkampf in der CDU

„Hart aber Fair: Grottenschlecht oder besser als ihr Ruf: Was taugt die GroKo wirklich?“ ARD, Montag, 4.November 2019, 21 Uhr.

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen hat seine Partei in der ARD-Talkshow „Hart aber Fair“ am Montag nachdrücklich vor Personaldebatten gewarnt.

Wörtlich sagte der Abgeordnete, der dem Auswärtigen Ausschuss des Bundestags vorsitzt: „Die Bürger haben Enttäuschung über ausbleibende Antworten. Wenn wir jetzt einen Machtkampf führen, wird es weiter bergab gehen!“

Zank und Stank auf der Regierungsbank! Statt Mut nur Mecker, statt Zukunftsstrategie nur Parteitaktik, und die Minister kloppen sich wie die Kesselflicker! Jetzt trommelte ARD-Talkmaster Frank Plasberg eine Rede-Runde zur Halbzeitbesprechung zusammen: Außer Rötten, der seit Jahren in allen Talkshows für die Kanzlerin kämpft, jetzt aber offenbar den schaltet den Abstandswarner eingeschaltet hat, kamen:

  • Ex-Minister Norbert Walter-Borjans (SPD), der jetzt aus dem Ruhestand gleich an die Parteispitze durchstarten möchte, nach dem Motto „dem Pensionär ist nichts zu schwör“.
  • Grüne- Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, die alles nur noch durch die Klima-Brille sieht.
  • Historiker Andreas Rödder, dem aktuell „eine Sehnsucht nach konservativer Politik“ auffällt.
  • Journalistin Melanie Amann („Spiegel“), die sich ihre Dauerkarte für öffentlich-rechtliche Talkshows durch ständige enge Angleichung an den rotgrünen Zeitgeist sichert.Schnellstes FoulWalter-Borjans wollte mit Parteigeist punkten: Daran, dass die Erwartungen an die GroKo nicht erfüllt würden, sei nur die böse CDU schuld.Die GroKo sei wie ein Haus, meinte der Parteichefkandidat. Die Wände seien in Ordnung, die habe ja die SPD gemauert. Aber das Fundament sei wacklig, und dafür sei die CDU zuständig. Uff!Doch der Ex-Minister drückte sich um die Antwort: „Ich will ein richtiges Fundament haben!“ sagte er und kam schnell wieder auf die Konkurrenz zu sprechen: Friedrich Merz habe mit seiner Kritik den Konflikt in der GroKo eher verschärft. Merz-Bashing zieht in Talkshows immer, wie der Beifall bewies.„Es wird immer chaotischer!“ schimpfte Göring-Eckardt über die Bundesregierung. „Jeden Tag mehr Kindergarten!“ Dazu die ständige Personaldiskussion, wer eigentlich an der Spitze sein solle: „Das nervt total!“Trockenste AntwortRöttgen blieb ganz cool: „Es stehen keine Wahlen an!“ „Die CDU und Angela Merkel haben es immer geschafft, in der Mitte der Gesellschaft zu stehen“, erklärte Röttgen das Erfolgsrezept seiner Partei. „Die Gesellschaft hat sich verändert, aber die CDU ist in der Mitte geblieben.“Scharfsinnigste KritikDass Streitereien grundsätzlich etwas Negatives seien, bestritt der Historiker vehement: „Der Appell zur Geschlossenheit ist ein Appell zur Friedhofsruhe in der Demokratie!“ Schönstes GleichnisWenn das so sei, höhnt die „Spiegel“-Journalistin, dann sei jetzt aber die Tube leer!Plasberg versuchte nicht weniger als fünf Mal, Walter-Borjans eine Antwort auf die Frage zu entlocken, ob er die GroKo killen wolle. Doch der Ex-Minister flüchtet sich immer wieder ins Ungefähre: „Wir wollen auf dem Parteitag diese Frage diskutieren“, antwortet er matt. Die anderen grinsten.Härtester KonterDoch der CDU-Mann ließ sich nichts gefallen: „Sie verlieren so viele Leser, wie wir Wähler verlieren!“ entgegnete er. Das ist dann wohl ein Fall für Plasbergs beliebten Faktencheck.Beim Thema „Grundrente“ wurde es noch mal konkret: Walter-Borjans lehnte die umstrittene Bedürftigkeitsrente aus dem Koalitionsvertrag ab, weil sonst eine „Riesenbürokratie“ drohe. Hm – hätte das aber nicht schon in den Koalitionsverhandlungen auffallen müssen? Turaluraluralu – ich schau Plasberg, was machst du? Hoffentlich etwas anderes! Pathosdurchtränkte Schleimfloskeln aus der Mottenkiste, ständige Ausweichmanöver ins Unkonkrete, dazwischen dröhnte die Weltuntergangstrommel aus einem extrem engen Gesinnungskorridor – das war ein Talk wie ein Laubbläser: viel Wind, viel Krach, wenig Ertrag.
  • Den Einwänden der Union möchte der SPD-Politiker „Profilierungsgründe“ unterstellen. „Das ist wirklich unsinnig!“ ärgerte sich Röttgen. „Es ist das Problem der SPD, dass Sie immer wieder gegen die Leute, die Sie wählen, Politik machen!“ D
  • Knackpunkt des Abends
  • Die Journalistin patzte ihn dafür an: „Nicht das System, sondern die Parteien sind das Problem!“
  • Röttgen blieb ernst: „Wir haben eine noch nie dagewesene Vertrauenskrise“, warnte er. „Viele trauen der Politik nicht mehr zu, die riesigen Probleme zu lösen. Und dagegen sind wir nicht gewappnet!“
  • Gretchenfrage des Abends
  • Plasberg zitierte den SPD-Bürgermeister von Augustusburg, dem der treffende Vergleich einfiel, Kompromisse seien der „Klebstoff der Demokratie“.
  • Walter-Borjans pries seine SPD kühn als „Klimaschutzpartei“. Prompt zickte ihn Göring-Eckardt an: „Klimaschutzpartei? Das ist mir bisher nicht aufgefallen!“ Schon gar nicht bei Walter-Borjans NRW-SPD mit ihrem Kampf für die Kohle.
  • Beim Professor klang die Merkel-Story etwas anders: „Die CDU hat sich dem dominanten rotgrünen Mainstream angepasst“, dozierte Rödder. „Dadurch ist rechts die Repräsentationslücke entstanden, in die jetzt die AfD gestoßen ist.“
  • „Ich sehe es nicht als Führung an, wenn jemand nach der Thüringen-Wahl gar nicht mehr zu sehen ist“, murrte daraufhin Walter-Borjans.
  • Klügste Analyse
  • Plasberg war der gleichen Meinung: „Seine Rede auf dem Parteitag war beschissen!“ sagt der Talkmaster fröhlich. Nun habe Merz für den nächsten Parteitag eine große Rede angekündigt. Ob da wohl ein Putsch geplant sei?
  • Der Professor redete ebenfalls lieber über Friedrich Merz: Der habe eine hohe strategische Begabung, aber bei den operativen Fähigkeiten gebe es noch „Luft nach oben“. Aha.
  • Grünste Attacke
  • Würden Sie dieses Haus als neuer Vorsitzender lieber abreißen oder renovieren? wollte Plasberg wissen.
  • Schlichtester Vergleich
  • Außenminister Heiko Maas hat die CDU-Chefin mit ihrem Syrien-Plan auflaufen lassen, dafür stieg ihm Röttgen jetzt auf die Zehen: Es gebe einen Vertrauensschwund, denn Deutschland erfülle die Erwartungen nicht. Vor allem außenpolitisch drohe eine verlorene Zeit. Rumms!
  • Vertrackt: Der eine will regieren, der andere nicht, die Dritte würde gern, kam aber nicht dran…

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