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Riesenzoff bei Maischberger: Heil treibt Merz mit Fouls fast zur Weißglut!

„maischberger. die woche“.  ARD, Mittwoch, 22.September 2021, 22.50 Uhr.

Der Herbst ist da, der Merz auch: Vier Wochen nach seinem Duell mit Robert Habeck bei Maybrit Illner kreuzt der Unionspolitiker nun bei Sandra Maischberger mit Hubertus Heil die Fäuste. Die Gäste:

Hubertus Heil (48, SPD). Der Arbeitsminister hielt Rot-Rot-Grün vor zehn Tagen bei Frank Plasberg für „eher unwahrscheinlich“. Wie hält er es heute damit?

Friedrich Merz (65, CDU). Der Wirtschaftspolitiker beackerte zuletzt besonders das weite Unionsfeld im Osten.

Prof. Hendrik Streeck (44). Der Virologe warnte in der WELT: Ungeimpft ist wie „ohne kugelsichere Weste in den Krieg ziehen“.

Hannes Jaenicke (61). Der Schauspieler peppt seinen Terminkalender gern mit Öko-Dokus auf.

Eva Schulz (31). Die Journalistin moderiert den funk-Podcast „Deutschland3000“.

Jan Fleischhauer (59). Der Kolumnist („Focus“) liefert jede Woche den TV-Schmäh „Fleischhauer – 9 Minuten Netto“ auf ServusTV.

Ring frei zur letzten Runde. Bei Fouls droht Punktabzug!

Parteiischste Attacke

Jaenicke ist Mitglied der Grünen, schreibt politische „Enkelbriefe“ an ältere Wähler und ordnet Vorwürfe gegen Scholz wegen Cum-Ex, Wirecard und FIU flugs unter dem Sammelbegriff „Dreckschleuder“ ein.

„Scholz hat das Glück, dass all diese Begriffe, die an ihm hängen, so kompliziert sind“, urteilt Bloggerin Schulz.

Blühendste Fantasie

 

„Ein Skandal, den man nicht mit einem Satz erklären kann, ist in der politischen Welt kein Skandal“, urteilt Fleischhauer. „Schummellieschen hat abgeschrieben – das versteht jeder. Bei Cum-Ex aber wissen die meisten nicht mal: Wie spricht man das jetzt richtig aus?“

Sein verblüffendes Geständnis: „Ich dachte am Anfang, Cum-Ex ist etwas Unanständiges aus der Porno-Industrie!“

Entwaffnendstes Argument

Danach preisen Schulz und Jaenicke den Satz von Annalena Baerbock, dass Verbote Innovationstreiber seien. Fleischhauer schüttet aber auch hier gleich Wasser in den Wein: „Auch die Grünen kennen Verbote, die sie nicht mögen“, stichelt er, „zum Beispiel das Verbot von Cannabis!“

Heftigste Attacke

Zum „Duell des Abends“ zitiert ein ARD-Einspieler Armin Laschet: „In all den Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte standen Sozialdemokraten immer auf der falschen Seite!“ hatte der CDU-Kanzlerkandidat gesagt, „in der Wirtschafts- und Finanzpolitik“.

Merz verzichtet jetzt auf diese Einschränkung: „Historisch hat er Recht“, bekräftigt er ohne Wenn und Aber. Ui!

Aktuellster Historienstreit

Denn, so Merz: „Die Sozialdemokaten waren gegen die Westintegration, sie waren gegen die NATO, gegen die Marktwirtschaft. Willy Brandt hat die Ostpolitik gemacht, und den musste die Union korrigieren mit dem Brief zur deutschen Einheit, damit das Ziel nicht aufgegeben wurde!“

Heil ist sofort auf Zinne: „Verzerrung von Geschichte!“ empört er sich, rühmt Karl Schiller, Helmut Schmidt und gleich auch seinen Kandidaten: „Was Olaf Scholz jetzt in der Finanzkrise getan hat, um Arbeitsplätze zu retten!“

Dann dreht der Zoff hoch

Merz regt sich darüber auf, dass die SPD den Soli nun doch nicht wie versprochen abschaffen will: „Das ist unfair, unredlich und für einen Steuergesetzgeber unwürdig!“ wettert er.

Heil tut so, als sei das eine Entscheidung der Bundeskanzlerin gewesen: „Das sollten Sie Angela Merkel nicht hinterherwerfen“, höhnt er.

„Sie wissen genau, dass der CDU-Teil es wollte und Sie es blockiert haben!“ ärgert sich Merz.

Dass Sie Probleme mit Frau Merkel haben, ist allgemein bekannt“, spottet Heil.

Merz ist getroffen: „Herr Heil, Sie begeben sich jetzt auf ein Niveau, das ist unakzeptabel“, sagt er konsterniert. Doch der alte Juso grinst ihn nur an.

Wohltönendste Arie

Dann pinselt der Minister alle Farben seiner politischen Palette auf die Wand: Deutschland brauche Geld für „Bildung, Digitales, Pflege, Infrastruktur, Forschung, Energienetze“, zählt er auf.

Heils Zahlungsplan: „Wir können von Leuten, die in diesem Land Vorteile genießen durch sehr hohes Einkommen, auch einen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens verlangen. Wer Vorteile in unserem wohlhabenden Land genießt, wer über unsere Straßen fährt, wer in subventionierte Opern geht, der muss auch das dafür tun!“

Und wieder Zoff

Uff! Opern! „Jetzt ist mal gut!“ grollt Merz total genervt.

Heil tut beleidigt: „Nicht so von oben herab, Herr Merz!“ beschwert er sich.

„Immer dieselbe Leier“, poltert Merz. „Wir haben einen sehr hohen Spitzensteuersatz, wir haben den Solidaritätszuschlag, wir haben die Kirchensteuer…“

Doch Heil grätscht ihn ab: „Wollen Sie die Kirchensteuer abschaffen? Also ich zahle sie gerne.“ Halleluja!

Also mit dem Mann ist es wirklich furchtbar“, seufzt Merz, und Heil grinst triumphierend in die Runde.

Unmoralischster Vorwurf

Der nächste ARD-Einspieler zeigt ein ähnliches Foul, diesmal von Scholz gegen Laschet im Streit um den Mindestlohn: „Mir geht es um die Würde der Bürgerinnen und Bürger“, hatte der Finanzminister zu dem CDU-Chef gesagt, „das ist das, was uns vielleicht in dieser Frage unterscheidet!“

Uff! Gegen solche völlig emotionslos vorgetragenen Holzereien wirken Unionspolitiker immer ziemlich wehrlos.

Auch Merz will einen Mindestlohn, doch für ihn ist die entscheidende Frage: Wer macht das? Seine Meinung: „Das ist Sache der Tarifparteien und sollte es auch bleiben.“

Prompt haut Heil das nächste Foul raus: „Es spricht nichts gegen den Mindestlohn außer Armin Laschet.“ Puh!

Unredlichste Attacke

Maischberger spielt ein Zitat von Andrea Nahles ein: „Ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn öffnet Willkür und Populismus Tor und Tür!“, hatte die SPD-Chefin 2015 gewarnt.

Doch den Minister juckt das wenig: „Ich findet, dass jemand, der Vollzeit arbeitet, von der Arbeit leben kann“, erwidert er etwas schlicht.

„Ein Redeschwall ohne Ende“, ärgert sich Merz nach einem weiteren ellenlangen Vortrag des Ministers. „Es ist ein politischer Überbietungswettbewerb. Wir haben eine Tarifautonomie!“

Prompt kassiert er das nächste Foul: „Ich will Ihnen nicht vorwerfen, dass Sie keine Regierungserfahrung haben“, sagt Heil, „aber ich bin Bundesarbeitsminister!“

Schlimmste Stinkbombe

Zum Schluss führen Heils ständige Provokationen zum Eklat. „Diese ganze Querdenkerszene ist mir zutiefst unsympathisch“, sagt Merz klipp und klar. „Ich hatte gestern in Görlitz eine massive Demonstration aus diesem Milieu.“ Die Szene sei rechtsradikal, wie wohl auch der Hintergrund des Mordanschlags von Idar-Oberstein.

Seine ernste Sorge: „Ob das alles mit dem Maskentragen so bleiben muss, da habe ich meine Zweifel. Wir müssen aufpassen, dass die Zustimmung zu den Maßnahmen der Politik in der Bevölkerung erhalten bleibt.“

Heil macht sofort mächtig Zinnober: „Ich bin wirklich entsetzt!“ orgelt er los. „Da ist ein junger, 20-jähriger Tankwart erschossen worden. Da muss man erst mal sagen: Das ist ein furchtbarer Anschlag! Und nicht gleich im nächsten Satz: Man muss aber Verständnis haben!“

„Das habe ich doch gar nicht gesagt!“ wehrt sich Merz. „Jetzt drehen Sie mir schon wieder das Wort im Mund herum!“

Gehässigste Attacke

Heil will Merz über sein Stöckchen springen lassen: „Ich hatte gehofft, dass wir uns gemeinsam als Demokraten darauf verabreden können, zu sagen, das geht überhaupt nicht!“ kritisiert er.

„Haben Sie daran irgendeinen Zweifel?“ faucht Merz.

Doch Heil provoziert weiter: „Ich habe gehofft, dass wir den nicht haben…“

Jetzt platzt Merz der Kragen: „Den haben wir auch nicht!“ ruft er wutentbrannt.

Trickreichster Irrtum

Heil setzt immer noch einen drauf: Jetzt will er Merz sogar in die Nähe gewaltbereiter Querdenker rücken. „Mich hat nur irritiert, dass Sie in Görlitz mit Menschen gesprochen haben, die zweifeln“, behauptet er listig.

Merz fährt aus der Haut: „Ich hab mit denen nicht gesprochen!“ schnaubt er. „Ich habe gesagt, dass die gehen mich demonstriert haben! Jetzt bleiben Sie doch mal bitte bei dem, was ich sage!“

„O.k.“, räumt Heil ein. „Dann habe ich Sie möglicherweise…“

Hitzigster Dialog

„Jeder Satz, den ich hier sage, wird von Ihnen rumgedreht zu einer parteipolitischen Polemik!“ erbost sich Merz.

„Wir sind Demokraten!“ verteidigt Heil seine angebliche Sorge.

„Dann bleiben Sie auch bei der Redlichkeit“, explodiert Merz. „Ich finde das ziemlich unerträglich!“

Doch der Minister stänkert unbeeindruckt weiter: „Herr Merz, passen Sie mal auf: Wenn so etwas passiert, dann ist es eine Frage des Anstands, erst mal zu sagen, dass da ein Menschen gestorben ist! Sie haben nichts gesagt!“

Peinlichstes Schmierentheater

„Sehr unangenehme Diskussion mit diesem Mann!“ grollt Merz.

Jetzt spielt Heil die beleidigte Leberwurst: „‘Dieser Mann‘ ist ein Bundesminister“, weist er sein Gegenüber zurecht, „und Ihr Mitbürger, Herr Merz!“ Leute! Geht es nicht eine Nummer kleiner?

Interessanteste Info

Prof. Streeck schenkt dem Talk einen sachlichen Schluss: „Der Impfstoff ist nur ein Eigenschutz“, warnt er. „Er schützt den Geimpften, aber wir kriegen dadurch keine Herdenimmunität!“

„Ich bin der Schisshase, gerade bei Corona!“ gesteht Fleischhauer

„Die nicht geimpft sind, sollten nicht darauf bauen, dass es niedrige Fallzahlen gibt“, warnt der Virologe. „Man muss damit rechnen, Kontakt mit dem Virus zu haben. Wir können damit rechnen, dass es im Herbst einen starke Anstieg geben wird!“

„Jetzt einen Freedom Day zu machen, sehe ich als kritisch an“, fügt Streeck hinzu, „aber es ist auch ein wichtiger Vorstoß in der gesellschaftlichen Debatte. Wir müssen wissen, was unser Ziel ist. Wir müssen anfangen, die Pandemie von hinten her zu denken.“

Fazit

Schamlose Propaganda, übergriffige Unterstellungen, absichtsvolle Missverständnisse, atemberaubende Gehässigkeiten und wohlkalkulierte Wortverdrehungen: Das war ein Talk der Kategorie „Foulschlamm“.

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