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„Hart aber Fair“: Feministin entert Plasberg-Talk

„Hart aber Fair: Leckerli fürs Hündchen, Bolzenschuss fürs Kälbchen – Mensch, wie geht das zusammen?“ ARD, Montag, 16.Dezember 2019, 21 Uhr.

De ARD-Talkshow „Hart aber Fair“ ist am Montag gegen 21.35 Uhr vor laufender Kamera von einer Feministin geentert worden, die als Zuschauerin in das Aufnahmestudiostudio gekommen war.

Die Frau drängte sich plötzlich ins Bild und sagte: „Darf ich mal stören? Ich würde gern eine Forderung in den Raum stellen!“

Plasberg reagiert geistesgegenwärtig mit einer offenbar eingeübten Deeskalationsstrategie: „Kommen Sie doch mal an meine Seite, damit man Sie auch versteht!“ sagte er. „Stellen Sie sich mal vor!“

Klamauk des Abends

„Ich bin Katja Hartwig, und ich bin bekennende Feministin!“ erklärte die Zuschauerin.

Plasberg war verblüfft: „Und was hat das jetzt mit Tieren zu tun?“

Antwort: „Nichts. Ich möchte einfach die Gelegenheit nutzen, hier im Fernsehen mitzuteilen, dass die Bundesregierung gegen Feminismus im Internet vorgeht…“

Ungewöhnlichster Dialog

„Ist hier jemand, der sich für einen Briefmarkenverein einsetzen möchte?“ spottete Deutschlands populärster Hundetrainer Martin Rütter („Haustiere sind kein Kinder- oder Partnerersatz!“) und attackierte die Störerin: „Was du machst, ist respektlos!“

„Was im Internet an Antifeminismus durchgeführt wird, von den Bundesnachrichtendiensten, das ist respektlos!“ konterte die Zuschauerin.

„Sie haben es gesagt, und wir werden uns nachher noch mal mit Ihnen unterhalten“, versprach Plasberg daraufhin. Doch damit gab sich die Zuschauerin nicht zufrieden: „Tierquälerei ist eine Sache, aber Antifeminismus ist wesentlich schlimmer!“ beharrte sie. „Und das in der heutigen Zeit von Bundesnachrichtendiensten durchführen zu lassen, ist eine Unverschämtheit!“

Schärfster Wortwechsel

„Wenn ich mich in einer Feminismusveranstaltung anketten lasse und sage, ich möchte über Hunde reden, ist das nicht der richtige Rahmen!“ ätzte Rütter.

„Das können Sie gerne machen!“ erwiderte die Zuschauerin. „Frauen sind 50 Prozent der Gesellschaft! Und deswegen kann ich mir das Recht herausnehmen, das hier zu sagen!“

„Keiner hier im Raum hat was gegen Frauen!“ erklärte Rütter, doch Plasberg wollte den Zwischenfall nun rasch beenden: „Ich habe einen guten Draht zu dieser Frau!“ sagte er und schob sie seinem Redaktionsleiter Georg Diedenhofen entgegen, der mit ihr in den Kulissen verschwindet.

Wir Deutsche haben Tiere lieb. Viele sogar zum Fressen gern. In „Hart aber Fair“ suchte Plasberg Erklärungen für diesen Widerspruch. Die Gäste:

Kees de Vries, CDU-Bundestagsabgeordneter. Der Landwirt hält tausend Rinder und sagt: „Wir sind im Tierschutz weltweit spitze, können aber nicht jede Kuh verhätscheln!“

Prof. Achim Gruber. Der Veterinärmediziner schrieb „Das Kuscheltierdrama“ über das stille Leiden unserer vierbeinigen Hausgenossen.

Uschi Ackermann. Die Witwe des Münchner Feinkostkönigs Gerd Käfer ist Mops-Fan und engagierte Tierschützerin.

Svenja Furken. Die Nebenerwerbsbäuerin veranstaltet Ziegentrekking für Schulklassen und sitzt im Vorstand von „Provieh“.

Klarste Ansage

Zu Beginn zeigte Plasberg ein Parfüm für Hunde herum. „Für die ist das zum Kotzen!“ schimpfte Rütter sofort.

Die Käfer-Witwe äußerte sehr spezielle Ansichten: „Ein Hund kann genauso ein Lebenspartner sein wie ein Mensch“, meinte sie.

Ihren verstorbenen Mops „Sir Henry“ rühmte sie: „Er war liebevoll, treu, ein guter Zuhörer – alles, was man sich von einem Mann wünscht!“ Die Zuschauer lachten: Nicht jede Frau würde ihren Partner derart verklären…

Bombenwarnung des Abends

Und was hielt der verstorbene Feinkostkönig Gerd Käfer von dem mopsigen Liebling seiner Frau? „Mein Mann hat ihn kulinarisch verwöhnt!“ berichtete die Witwe. „Er war sogar mit ihm beim Ernährungsberater!“

Hundetrainer Rütter weiß, warum: „Letzten Endes stand Sir Henry kurz vor der Detonation!“

Ungewöhnlichste Promi-News

Plasberg zeigte den Käfer-Mops in weißblauem Top und Lederhose: „Kann man sagen, er war ein ‚Lebenshund‘?“ fragt er die Witwe.

„Ja“, sagt Uschi Ackermann. Heute stehe „Sir Henrys“ Urne sogar im Bayerischen Nationalmuseum, zum Gedenken an den „berühmtesten Hund Deutschlands“!

Ernsthafteste Warnung

Tiere als Sozialpartner, das ist gut so“, erklärte Prof. Gruber. „Aber die Zucht auf Menschenähnlichkeit führt zu schlimmen Krankheiten!“

Das gelte vor allem für die extrem kurznasigen Möpse: „Denen können schon beim Sprung vom Sofa die Augen herausfallen!“

Kein Scherz: Weil die kleinen Hunde möglichst wie Babys aussehen sollen, haben sie nur noch ganz flache Augenhöhlen. „Man kann die Augen zwar wieder hineinschieben“, warnte der Professor, „aber sie bleiben für den Rest des Lebens blind!“

Rinderzüchter de Vries erzählte von seinem Hofhund: tagsüber Hütte, abends in einem Anbau im Korb. Ins Wohnhaus darf er nicht: „Ein Hund ist ein Tier!“

Trainer Rütter schimpfte sofort los: „Katastrophal! Tierhaltung von anno posemuckel!“ Hunde seien soziale Wesen und dürften auf keinen Fall isoliert werden.

Schlimmster Vorwurf

Mein Hund beschwert sich jedenfalls nicht“, konterte der Politiker. „Es sind genug Menschen auf dem Hof!“

Doch Rütter ließ sich nicht besänftigen: „Ausselektierung!“ wettert er.

Der Nazi-Begriff war echt starker Tobak, doch auch Prof. Gruber konnte Rütters Empörung nicht teilen: „Es gibt große Unterschiede zwischen den Hunderassen“, erklärte der Experte. „Manche Hunde ziehen sich gern mal zurück, andere wollen immer im Mittelpunkt stehen.“

Schönste Vermenschlichung

Svenja Furken erzählte von ihren Wanderungen mit Schulklassen: „Viele sind verblüfft, dass Ziegen ihren Namen kennen und Kommandos befolgen“, berichtete sie.

Meine Möpse sind alle vier Wochen beim Friseur, und sie duschen auch“, erzählte Witwe Ackermann stolz.

„Nicht artgerecht!“ kritisierte de Vries.

Rütter rühmte die Hundehaltung vpn Obdachlosen: „Sehr enge Körperlichkeit! Die sind immer zusammen!“

Der Talkmaster wollte was sagen, ließ es dann aber: „Ich werde Sie nicht unterbrechen…“

„Das ist brav! Sehr brav!“ lobte ihn Rütter dafür im Herrchen-Stil.

Verrücktestes Angebot

Dann stellte Plasberg eine Plastikflasche mit chlorfreiem „Katzenwasser“ auf den Talk-Tresen. „Totaler Schwachsinn“, lachte Rütter und nahm vorsichtig einen Schluck: „Wird man davon sofort rollig?“

Urteil des Hundetrainers nach der Kostprobe: „Das ist die wunderbarste Form des Bescheißens von Menschen!“

Danach zeigt der Talkmaster auch noch einen Toilettentrainiersitz für Stubentiger: „Ist im Moment ausverkauft!“

Auch Katzen-Hochzeitskleidchen erwähnte Plasberg, wollte sie aber nicht vorführen. Prompt protestieren einige Zuschauer. „Was ist denn mit dem Publikum los?“ wunderte sich der Talkmaster.

Ehrlichstes Eingeständnis

Plasberg zählte auch die bösen Folgen der üblen Qualzucht auf: Retriever mit Hüftschäden, Perserkatzen mit Atemnot. Warum das alles nicht längst verboten sei?

Weil viele Menschen ihre Lieblinge genauso wollen. Der Politiker realistisch: „20 Millionen Haustiere, das sind 20 Millionen Wähler!“

Die Käfer-Witwe gab unumwunden zu: „Möpse sind eine wunderbare Rasse, aber sie sind krankgezüchtet worden!“

Verstörendste Bilder

Zum Schluss spielte Plasberg Szenen ein, in denen ein Metzger auf einem Marktplatz für ein soziologisches Experiment Gänse schlachtet. Beim Köpfen fing eine Zuschauerin an zu weinen, beim Rupfen wandten sich viele fassungslos ab.  „Absoluter Horror!“ sagt eine junge Frau

Jeder sollte mal bei einer Schlachtung dabeigewesen sein!“ schlug Ziegenzüchterin Furken anschließend vor.

Prof. Gruber („Meine Frau entspannt mich noch mehr als meine Fische!“) fand indes etwas anderes wichtiger: „Das war fachgerechtes Schlachten“, stellt er klar. „Die Leute sollten lieber in die Ställe gehen. Das Drama ist das Leiden zu Lebzeiten, nicht beim Sterben!“

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