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Die Wahl des Wahlalters

Alle Jahre wieder fordern Parteien, die sich für besonders progressiv halten, das Wahlalter zu senken. Sie hoffen auf Rückenwind durch die Stimmen für ihre Parolen besonders anfälliger Heranwachsender. Parteien, die sich eher auf ältere Wähler stützen, wollen solche Änderungen naturgemäß verhindern.

Zurzeit liegt das Wahlalter bei der Bundestags- und Europaparlamentswahl bei 18 Jahren. Bei der Landtagswahl bzw. Bürgerschaftswahl ist es in Brandenburg, Schleswig-Holstein und Bremen jedoch auch schon 16 Jährigen möglich, ihre Präferenz anzukreuzen. In Hessen war das 1998 kurzzeitig erlaubt, doch wurde diese Änderung bereits 1999 durch die Regierung Roland Koch wieder rückgängig gemacht. Die Karikatur von 1970 reagiert auf einen Vorstoß des SPD-Bundespräsidenten Gustav Heinemann. Er argumentierte damals ganz im Sinne des SPD-Bundeskanzlers Willy Brandt („Mehr Demokratie wagen“), es könne nicht sein, dass der Staat 18-jährige zu Soldaten mache, sie aber erst mit 21 Jahren wählen lasse. Präsident und Karikaturist trafen den Zeitgeist ins Herz. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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