Geschichte

Das Rätsel des Glasklumpens im Totenschädel unter der Asche des Vesuv ist gelöst

Im Frühjahr 2020 untersuchte der forensische Archäologe Pier Paolo Petrone von der Universität Neapel den bizarren Fund mit neuen Methoden und fand Sensationelles heraus.

Der Leichnam ist extrem gut erhalten, mit großer Sorgfalt geborgen und bis ins Detail durchstudiert. Trotzdem kann der Tote jahrelang ein makabres Geheimnis bewahren!

Das Rätsel: Wie kommt der große schwarze Glasklumpen in seinen Kopf? Und was bedeuten die Linien, Bläschen und anderen feinen Strukturen auf der mysteriösen Substanz?

Die Fakten sind lange bekannt: Todeszeitpunkt 24. August 79 n.Chr., 13 Uhr. Sterbeort: Herculaneum bei Pompeji. Fundsituation: Holzbett, Gesicht nach unten. Todesursache: Superheiße Gase, dichte Aschewolke. Täter: der Vesuv.

Der Unbekannte ist etwa 25 Jahre alt, als ihn der berühmteste Vulkanausbruch der Antika unter Tonnen von Asche und Bimsstein begräbt. Bis zu zwanzig Kilometer weit erstickt der Vesuv alles Leben in der schon damals überaus beliebten Urlaubsidylle an der Bucht von Neapel.   

Anfang der 1960er Jahre wird der Leichnam von Archäologen ausgegraben. Doch auf die dunkel glänzenden Klumpen in Hopf können sich die Forscher damals keinen Reim machen. Das Rätsel bleibt ungelöst.

Im Frühjahr 2020 aber untersucht der forensische Archäologe Pier Paolo Petrone von der Universität Neapel den bizarren Fund mit neuen Methoden – und findet Sensationelles heraus: Der mysteriöse Glasklumpen kam nicht irgendwie von außen in den Schädel, sondern er steckte schon immer drin!

Petrones Entdeckung: Die kryptischen Strukturen sind die Nervenzellen und Nervenfasern eines menschlichen Gehirns, konserviert durch einen äußerst seltenen chemischen Prozess.

Erst die plötzliche Erhitzung durch 520 Grad heiße Luft und Asche, dann eine rasche Abkühlung verwandelte das weiche Gehirngewebe in den harten Brocken aus Glas und Glasur.

Den letzten Beweis liefern Spuren der Proteine, die für das Gehirn, und Fettsäuren, die für Haare typisch sind. „So etwas ist noch nie zuvor gefunden worden“, staunt Petrone selbst. Rätsel gelöst!

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