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Corona-Zoff bei „hart aber fair“: Riesen-Ärger um den deutschen Viren-Papst

„hart aber fair: Viel Druck im Kessel: Wie lange ist ein Lockdown noch zu halten?“ ARD, Montag, 1.März 2021, 21 Uhr.

ARD-Talkmaster Frank Plasberg hat in seiner Sendung „hart aber fair“ am Montag schwere Angriffe gegen den Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (STIKO), den Virologen Prof. Thomas Mertens, erhoben.

Wörtlich sagte Plasberg dabei: „Kann denn jeder in diesem Land Sand ins Getriebe schütten, wenn er die Kompetenz dazu hat? Jetzt haben wir hier einen Menschen von der STIKO, der sagt, dumm gelaufen, gegebenenfalls, kein Datum! Ist hier jemand, der Herrn Mertens Beine machen kann?

Die Friseure geraten uns wieder in die Haare, auch für erste Baumärkte und Gartencenter gilt: Macht hoch die Tür, das Tor macht weit! Prompt warnen Zweifler vor dem großen Corona-Comeback. Die Gäste in „hart aber fair“:

Prof. Karl Lauterbach (SPD), die Kassandra der Talk-Szene, schimpft: „Es ist verantwortungslos, ohne Konzept ins Risiko zu gehen!“

Die Chefärztin Jördis Frommhold warnte vor vielfältigen Corona-Spätfolgen auch bei jungen Patienten: „Deswegen müssen wir vorsichtig bleiben!“

Michael Busch, Chef der Buchhandelskette „Thalia“, wetterte: „Der Handel stirbt, die Innenstädte sterben, und die Bundesregierung schaut quasi tatenlos zu!“

Die Publizistin Lamya Kaddor unterrichtet an einem Gymnasium in Duisburg Islamische Religion und will für die Grünen in den Bundestag.

Der Sternekoch Nelson Müller forderte mehr Klarheit von der Politik: „Warum dürfen Friseure aufmachen, aber Restaurants mit Hygienekonzept nicht?“

Wenig Theorie, viel Praxis und zum Start Schimpfkanonade! Thalia-Boss Busch legte als erster los: „Der Lockdown ist ein totales Desaster! Ohne wahrgenommene Strategie und Perspektive nach vorne!“

Lehrerin Kaddor beklagte „Arbeitsverweigerung“ schon bei den Jüngsten. Sternekoch Müller weiß: „Die Mitarbeiter leiden am meisten.“ Ärztin Frommhold warnte, dass auch „vermeintlich Genesene nach ein bis vier Monaten wieder Symptome zeigen können“.

Intelligentester Schlachtplan

„Der Lockdown ist zu schwach“, urteilte Lauterbach. Sein Vorschlag: In den Betrieben und in den Schulen jetzt mindestens einmal, besser zwei Mal pro Woche durchtesten!

Ein ARD-Einspieler zeigte: Die Österreicher machen das schon. Die Kinder dürfen wieder zum Unterricht, weil sie sich moderne Nasenbohrertests selber einführen können, ganz simpel und beschwerdefrei.

Ehrlichstes Eingeständnis

„Ich darf das eigentlich nicht sagen“, gab der Sternekoch zu, „aber ich habe tatsächlich Tests gekauft, für meine Firma. Ganz klar!“

Seine Alternative: „Ärzte, die man dann eben anruft, dass auch wirklich gehandelt wird, und schnell gehandelt wird!“

Was einen verrückt macht, ist, wenn man immer nur Betroffener ist und nicht zum Beteiligten gemacht wird“, beschwerte sich der Buch-Boss.

Schärfste Ermahnung

„Ich warne davor, dass wir irgendwas öffnen, bevor wir die Testkapazität verteilt und das vorbereitet haben“, sagte Lauterbach.

Denn, so der Gesundheitspolitiker: „Wir werden 100 Millionen gute Tests zur Verfügung haben. Wenn ich die jetzt einfach auf den Markt gebe und die werden verbraucht, um am Wochenende Party zu machen, dann kriege ich die Schulen und auch die Betriebe nicht sicher!“

Schon ging das Zoff-o-Meter hoch

Die Lehrerin war gleich auf Zinne: „Ich finde es schwierig, dass Sie immer gleich mit Party kommen!“ rügte die Grüne den SPD-Mann. „Warum muss man denn immer das Bild von Extremen zeigen?“

Lauterbach sah sich zu einem Teilrückzug genötigt: „Ich hab’s doch nur versucht zu illustrieren“, redete er sich heraus. „Ich mache doch niemandem einen Vorwurf, wenn er am Wochenende Party machen will!“

Strengster Verweis

Die Menschen wollen wieder ihr Schicksal in die Hand nehmen“, grollte Buch-Boss Busch. „Sie wollen nicht immer weiter abgeschlossen und weggeschlossen werden.“

Seine Hoffnung: „Wenn jeder seine Hausaufgaben macht, werden wir das auch stemmen!“ Denn: „Irgendwann kann man den Deckel nicht mehr draufhalten!“

Realistischste Auskunft

„Butter bei die Fische!“ forderte Plasberg. „Wann haben wir denn genug Tests, um über Öffnungen zu reden?“

Lauterbachs vorsichtige Prognose: „Ich würde persönlich

davon ausgehen, dass wir Mitte bis Ende März ausreichend Tests haben.“

Der Talkmaster klopfte die Info fest: „Also Öffnung nicht vor Mitte, Ende März.

„Wenn man das einigermaßen belastbar vorbereiten will“, bestätigte Lauterbach, „dann sehe ich das nicht vor Mitte, Ende März.“

Erschütterndste Info

Der nächste Einspieler zeigte das bisher größte Debakel der gesamten Pandemie. „Der einzige Weg zur Rettung ist der Impfstoff“, sagte Plasberg in seiner Anmoderation. „Umso ärgerlicher, umso unverständlicher, was gerade mit dem AstraZeneca-Impfstoff geschieht!“

O-Ton ARD: „Bisher hat AstraZeneca 2,1 Mio. Dosen nach Deutschland geliefert. Verimpft wurden bislang aber nur 455.000 Dosen, also gerade mal 22 Prozent. Eine weitere Million Dosen soll in den nächsten Tagen ankommen.“

Frage: „Warum liegen gerade fast 80 Prozent Impfdosen auf Halde?“ Antwort: „Die Ständige Impfkommission hat das Produkt nicht für Menschen über 65 Jahre empfohlen. Inzwischen gibt es Studien, die auch für ältere Menschen einen hohen Schutz nachweisen.“

Erschreckendster Fall von Wurstigkeit

Danach erschien STIKO-Chef Prof. Martens in einem von der ARD übernommenen Interview mit ZDF-„heute“ vom Vortag. Und was erzählte er da? „Das Ganze ist einfach, ja, irgendwie schlecht gelaufen…“

Wie bitte? Mehr hat unser Impfpapst zu dieser Mega-Panne nicht zu sagen? Immerhin wusste der ARD-Einspieler, dass sich die STIKO nun doch noch mal mit AstraZeneca befassen wolle.

Wir werden das genau prüfen“, versprach der Impf-Professor im gemütlichsten Schnarchsack-Stil. „Und es wird ja auch sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen. Allein schon deshalb, weil ja dann der Johnson & Johnson-Impfstoff wahrscheinlich zugelassen sein wird.“

Atemberaubendste Frechheit

Es kommt sogar noch toller: „Im Rahmen dieser Aktualisierung“, führte der STIKO-Chef weiter aus, „wird man gegebenenfalls Anpassungen auch dieses Punktes vornehmen.“ Uff! Gegebenenfalls!

Niederschmetterndes Fazit des Einspielers: „Auf Nachfrage von hart aber fair konnte uns die Ständige Impfkommission aber nicht sagen, wann es eine neue Empfehlung geben wird. Also bleibt alles erst mal, wie es ist.“

Verständlichste Betroffenheit

Plasberg mochte es kaum glauben. „Können wir uns die Ruhe leisten, die dieser Mann ausstrahlt?“ fragte er verdattert.

„Es macht einen fast fassungslos!“ assistierte der Thalia-Chef, „wenn man auf der einen Seite um Arbeitsplätze kämpft und auf der anderen Seite sieht, dass Handlungsmöglichkeiten nicht wahrgenommen werden!“

Flaueste Antwort

Dem Talkmaster war das nicht scharf genug, von Lauterbach erhoffte er mehr: „Wir hören, dass AstraZeneca sogar besonders gut wirkt bei älteren Menschen“, sagte er zu ihm. „Muss man da mal dafür sorgen, dass jemand den Knall hört?“

Doch der SPD-Politiker enttäuschte den ARD-Talkmaster auf ganzer Linie: „Ich gebe hier niemandem Noten“, antwortete er. Er selbst habe die Entscheidung des STIKO allerdings noch am gleichen Tag kritisiert: „Das war für Wissenschaftler einfach überraschend…“  

Wutanfall des Abends

Plasberg wurde endgültig sauer: „Kann denn jeder in diesem Land Sand ins Getriebe schütten, wenn er die Kompetenz dazu hat?“ rief er empört.

Doch Lauterbach versucht es immer noch auf die sanfte Tour: „Jetzt müssen wir nach vorne blicken“, sagte er beschwichtigend. „Es wird mit großem Druck daran gearbeitet…“

Das nahm ihm der Talkmaster aber nicht ab: „Wenn ich jetzt höre, gegebenenfalls, unter Umständen“, zitierte er empört, „dann hören wir bald wieder: Gegebenenfalls ist es dumm gelaufen!“

Hitzigster Dialog

Lauterbach wich auf einen anderen Punkt aus: „Der Impfabstand ist noch viel wichtiger…“

Doch Plasberg funkte sofort wieder dazwischen: „Müssen wir machtlos zuschauen?“ fragte er erregt. „Jetzt haben wir hier einen Menschen von der STIKO, der sagt, dumm gelaufen, gegebenenfalls, kein Datum!“

Lauterbach wand sich: „Die STIKO ist hier extrem vorsichtig gewesen…“ Der Virologe Mertens und der Epidemiologe Lauterbach sind Professorenkollegen, und unter Akademikern gilt Streit vor Fernsehkameras gern als nicht kommentmäßig.

0och Plasberg nagelte den SPD-Mann gnadenlos fest: „Was machen Sie, als Fachmann und Politiker?

„Ich habe mit Herrn Mertens über die diese Dinge auch gesprochen“, druckste Lauterbach herum, „ich will hier nicht aus der Schule…“

„Ist hier jemand, der Herrn Mertens Beine machen kann?“ wetterte Plasberg.

Ich bin ganz sicher, dass die STIKO jetzt sehr kurzfristig mit neuen Empfehlungen kommt“, wehrte sich Lauterbach.

„Was heißt kurzfristig?“ donnerte ihn der Talkmaster an.

„Ich kann nicht für die STIKO sprechen, aber da wird drüber geredet“, beteuerte Lauterbach. „Ich möchte mich nicht öffentlich dazu äußern, aber das wird in sehr kurzer Zeit passieren. So einfach ist es.“ Heidewitzka!

Letztes Gefecht

Plasberg hatte noch einen Punkt: „Nun sagt Herr Söder: Gebt doch einfach diesen AstraSeneca-Impfstoff frei. Wer nicht will, der hat schon.“

„Ich würd‘ ihn nehmen“, sagt Kaddor prompt. „Als Asthmatikerin ist es mir lieber, geimpft zu werden, als womöglich an Covid-19 zu erkranken.“

Bitterstes Armutszeugnis

„Als Deutsche haben wir uns bisher als Weltmeister gesehen“, spottete Plasberg zum Schluss. „Jetzt gucken wir in einen Spiegel und sehen Bedenkenträger, Wichtigtuer, Menschen, die als Alleinstellungsmerkmal sagen, ich weiß nicht, dieser Impfstoff gefällt mir noch nicht…

„Ich habe die Erwartungshaltung, dass man ein bisschen mehr ins Ausland guckt, wo die Dinge gut laufen“, erklärte der Thalia-Boss. „Und wenn man nach Israel schaut: Gut laufen heißt auch einfach mal machen.“ Amen!

Fazit: Ernüchternde Einblicke in die neue Welt der Krisenfrisen und Schnutenpullis, dazu Attacken aus der kalten Hose und das wütendste Wortgefecht aus der Werkgeschichte des Kommando-Talkers Plasberg:

Das war eine Show der Kategorie „Coronakater“.

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