Cartoons

Berlin bleibt Berlin

Berlins Polizei im Dauerfrust: Immer mehr Beamte fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Hauptursache ist die Lieblosigkeit, mit der sie behandelt werden, obwohl sie so oft für Freiheit und Ordnung die Knochen hinhalten müssen. Vom Staat und seinen anderen Dienern gibt es kaum Unterstützung für sie, auch, weil die politischen Mehrheiten heute klar bei einer linken SPD, einer aggressiven Linken und einem ungewöhnlich ordnungsfeindlichen grünen Establishment in der Nachfolge der 68er Studenten liegen. Vor 50 Jahren gibt es in Berlin noch bürgerliche Mehrheiten, aber auch schon eine Unkultur des Wegschauens bei politisch motivierten Gewalttätern, wie sie der Cartoon vom 16.Mai 1970 glossiert. Zwei Tage zuvor ist der Kaufhausbrandstifter Andreas Baader von Gesinnungsgenossen um die Terroristin Gudrun Ensslin gewaltsam aus der Haft befreit worden. Die Aktion gilt als Geburtsstunde der Roten-Armee-Fraktion (RAF). Sie sieht sich damals als kommunistische, antiimperialistische Stadtguerilla ähnlich den Tupamaros in Uruguay. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Die Zukunftslösung für unser Auto?

Die Klimakrise killt den Verbrennungsmotor, die Corona-Krise den Verkehr, und auf viele wirken die leeren Straßen so verlockend, dass sie jetzt verstärkt für autofreie Innenstädte sind. Trübe Aussichten für unseren geliebten fahrenden Untersatz! Die Vereinte Umweltbewegung der Autohasser, Fahrradfans und ÖPNV-Lobbyisten wie sich die von Corona freigevirten Räume nicht mehr so schnell nehmen lassen, Motto: Ach wie schön ist es doch, in den Innenstädten wieder Luft atmen zu können wie im Wald! Die Geschäftsleute werden nicht viel dagegen ausrichten, denn vielen von ihnen droht jetzt erst mal die Pleite. Schon 1971 stand das Auto aus Umweltschutzgründen am Pranger: Damals kam das Benzin-Blei-Gesetz, und immer öfter entlud sich Kritik am individuellen Fahren in Statements und Kampagnen gegen den knatternde Luftverschmutzer. Die Karikatur aus jenem Jahr sah das Auto bereits von Suizidgefahr bedroht. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Felix Italia

Wenn Italiener das Wort „Solidarität“ hören, denken sie automatisch an sich als Empfänger. Das ist natürlich ein Vorurteil, aber stimmt es auch? In Deutschland ist diese Ansicht seit Wirtschaftswunderzeiten verbreitet. Auch die USA sahen sich stets in der Rolle eines Geberlandes, jedenfalls bis Donald Trump sein „America First“ auf die Agenda setzte. Die Karikatur aus dem Jahr 1971 zeigte die Vereinigten Staaten noch als verantwortungsbewusster Weltretter. Der Diplomat William Averell Harriman (1891-1986) war demokratischer Gouverneur von New York und unter Kennedy dritter Mann im Außenministeriuem („Under Secretary of State for Political Affairs“). Amintore Fanfani (1908-1899) von der Democrazia Cristiana war ab 1954 sechs Mal italienischer Ministerpräsident, allerdings immer nur für kurze Zeit. Die Staatsfinanzen seines Landes gelten bereits seit jener Zeit als zerrüttet, doch die Regierungen mogeln sich immer wieder durch, und die Bürger sind zufrieden, wenn sie wenig Steuern zahlen und früher als etwa die Deutschen in Rente gehen dürfen. In der Corona-Krise wollen sie ihre Schulden mit den Deutschen teilen, erst über Eurobonds, jetzt über Rettungsfonds. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Kalter Hase

Das sonnige, in südlichen Landesteilen sogar fast sommerliche Wetter der Karwoche weckte metereologische Erwartungen, die der Ostersonntag dann nur teilweise und der Ostermontag gar nicht mehr erfüllen konnte. Harsche Reaktionen wie auf dieser Karikatur aus dem Jahr 1971 blieben vermutlich vor allem deshalb aus, weil die Einschränkungen wegen Corona bei strahlendem Sonnenschein noch viel schwerer zu ertragen gewesen wären. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Die alte Wut der Bauern auf Europa

Deutschlands Bauern sind auf Zinne: Immer mehr Druck aus Brüssel macht ihnen das Leben schwer, und von der Politik kommt keine Hilfe – im Gegenteil: Jetzt hat der Bundesrat trotz aller Proteste die umstrittene Düngemittelverordnung mit verschärften Vorschriften ins Werk gesetzt. Dass deutsche Landwirte leiden müssen, wenn es um Europa geht, ist indes nicht neu: Schon vor 50 Jahren, als die EU noch EWG hieß, ärgerte sich der Nährstand über die ständige Bevorzugung der Kollegen in Nachbarländern wie Dänemark und England, die ihre Bauern besser in Schutz nahmen. – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Olympia in Zeiten der Krise

Die rasante Ausbreitung des Corona-Virus gefährdet jetzt auch die Olympischen Spiele von Tokyo. Immer mehr Sportverbände fordern die Absage, jetzt stellt auch das IOC die Veranstaltung in Frage. Auch die Olympischen Spiele 1972 in München hatten mit Widrigkeiten zu kämpfen, und auch damals ging es um Hygiene. Die Gefahr bedrohte damals allerdings vor allem Politiker… – Der Karikaturist Josef Nyary (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de

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Wenn das Toilettenpapier zur Mangelware wird

Gleich nach Beginn der Corona-Krise räumten Hamsterkäufer das Toilettenpapier aus den Regalen. Im Osten des Landes geschah das nicht zum ersten Mal: In der DDR war der Hygieneartikel schon früher Mangelware. Die Zeichnung erschien 1973 zu einem Aufruf der SED, die Arbeitsproduktivität zu steigern und unentdeckte Reserven in der Produktion zu erschließen. – Der Karikaturist Josef Nyary sen. (1910-1973) arbeitete seit den 1930er Jahren in Berlin und nach 1945 in Bayern. © Frankenpost www.Frankenpost.de