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Omikron-Zoff bei Plasberg: Attacken gegen Söder, Angst vor der nächsten Welle

In der Omikronwelle (v.l.) Prof. Malte Thießen, Malu Dreyer, Christine Aschenberg-Dugnus, Michael Bröcker, Prof. Timo Ulrichs, Frank Plasberg © WDR/Dirk Borm

„Hart aber fair:  In der Omikronwelle: Was bringt eine Impfpflicht?“ ARD, Montag, 17.Januar 2022, 20.45 Uhr.

Deutschland boostert, Corona aber auch: Die neue Variante aus Südafrika infiziert mehr Menschen und dazu auch viel schneller, Inkubationszeit nur noch drei Tage! In „Hart aber fair“ sprach Talkmaster Frank Plasberg mit diesen Gästen:

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Omikron-Zoff bei Maybrit Illner: Knallhart-Attacke auf Lauterbach

Welle oder Wende? V.l. Melanie Brinkmann, Maybrit Illner, Eva Quadbeck. Schalte: Manuela Schwesig, Ranga Yogeshwar, Klaus Holetschek © ZDF/Svea Pietschmann

„Maybrit Illner: Welle oder Wende – ändert Omikron die Corona-Politik?“ ZDF, Donnerstag, 13.Januar 2022, 2215 Uhr.

Noch nie sah eine Infektionskurve so schlimm aus: Über Deutschland türmt sich eine wahre Todeswand! Und das Volk hat zwar Führung bestellt, aber keinen neuen Basta-Kanzler bekommen. Maybrit Illners Gäste:

Manuela Schwesig (47, SPD). Die MeckPomm-Ministerpräsidentin zankte sich am Dienstag mit Markus Lanz heftig über ihre Corona-Statistik. Geht der Zoff heute weiter?

Klaus Holetschek (57, CSU). Bayerns Gesundheitsminister will keinen Lockdown, setzte deshalb heute die strenge Hotspot-Regel erst mal aus. Passt scho!

Prof. Melanie Brinkmann (48). Die Virologin fordert vehement die Impfpflicht für alle.

Ranga Yogeshwar (62). Der ARD-Wissenschaftsjournalist schimpft, die Politik wecke immer wieder Erwartungen, die sie nicht erfüllen könne.

Eva Quadbeck (561). Die RND-Vizechefin sagt voraus: „Die Impfpflicht wird nicht kommen.“

Anne Arend. Die ZDF-Korrespondentin arbeitet im Hot-Spot Paris.

Zwei Polit-Profis im Talk-Duell: Ziemlich zerstrittene Parteien bei ziemlich identischer Infektionslage.  Gibt’s da mehr Ein- oder mehr Zwietracht?

Ring frei zur ersten Attacke

Typisches Corona-Setting: Zwei Gäste am Talk-Tisch, drei nur zugeschaltet. Die Talkmasterin geht gleich auf die Bayern los: „Keine Hysterie, keine Panik, Corona ist nicht das Ende der Welt“, zitiert sie Markus Söder, „und das vom selbsternannten Kapitän des Teams Vorsicht!“

 

Holetschek verteidigt die überraschende Wende zu mehr Freiheit mit bäriger Gemütsruhe: „Omikron hat eine hohe Infektionsrate, aber die Krankheitsschwere ist deutlich niedriger. Wir nehmen uns jetzt mal die Zeit, das auszubalancieren.

Wütendste Kollegenschelte

Illner erinnert ihn an die letzte Ministerpräsidentenkonferenz: „Sie konterkarieren einen gemeinsamen Beschluss!“, hält sie Holetschek vor.

„Das ist das völlig falsche Signal!“ schimpft auch Journalistin Quadbeck.

Schwesig setzt noch einen drauf: „Ich staune, dass Bayern das macht!“ ärgert sie sich. „Vor kurzem wurden  dort noch Patienten ausgeflogen!“

Ihre Sorge: „Wenn nicht überall die gleichen Maßnahmen, sind, dann weichen die Menschen aus!“ Und planen womöglich den nächsten Urlaub in den Bergen, nicht an der See. Uff!

Zuversichtlichste Prognose

„Die gute Nachricht: Alle, die drei Mal geimpft sind, haben einen sehr guten Schutz, haben also ihr individuelles Risiko sehr stark reduziert“, freut sich die Virologin.

Und, so Prof. Brinkmann weiter: „Die Inzidenzen gehen nach oben, aber die Intensivbelegungen bleiben unten. Das nennen wir ‚Entkoppelung‘, und das ist sehr gut!“

Schniefendster Vergleich

„Wir erleben in den nächsten Monaten das Ausbleichen der Pandemie“, assistiert Yogeshwar. „Wenn wir uns diesen Winter angucken, wie viele Leute erkältet sind, rotzige Nasen haben, könnte man auch eine bunte Statistik machen über die enormen Inzidenzen von Verschnupfungen…“ Ui!

Peinlichste Erinnerung

Das Zoff-Thema des Kollegen Lanz vom Dienstag lässt sich die Talkmasterin natürlich nicht entgehen: „Sie haben, Frau Schwesig, von 100 Intensivbetten in ihrem Land gesprochen und nicht von 600, und sind von einem Gericht aufgefordert worden, das zu korrigieren. Wollten Sie da bewusst Angst machen?“

Doch die Ministerpräsidentin jumpt mit einem eleganten Salto aus der Problemzone: Es gebe ja nicht nur Corona, und dafür hundert Intensivbetten, sondern auch noch viele andere Krankheiten, erläutert sie flott.

Ihr Argument: „Um das für die Menschen besser darzustellen, haben wir eben immer deutlich gemacht, wie voll diese hundert Betten sind.“ Da sind 80 Prozent belegt, von den 600 nur 15 Prozent. Joho!

Missmutigster Zwischenruf

Aus Paris wird ZDF-Korrespondentin Arend zugeschaltet. Sie sitzt vor einem Eiffelturm, redet aber nur über Spanien, das nach der superschweren Corona-Katastrophe vom vergangenen Jahr schon jetzt praktisch alle Einschränkungen aufhebt.

Wenn da die Ärzte empfehlen, sich impfen zu lassen, dann wird das auch gemacht“, lobt sie.

„Unfassbar, dass das in Deutschland nicht so ist!“, klagt die Virologin.

Überraschendstes Misstrauensvotum

Dann bläst dem neuen Gesundheitsminister plötzlich ein eisiger Talk-Wind ins Gesicht: „Wo ich ihn überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann, ist beim Thema Impfpflicht, wo er jetzt die Wende gemacht hat“, wettert die RND-Journalistin, „wo er gesagt hat, er legt einen Gesetzentwurf vor, und nun keinen Gesetzentwurf vorlegt.“

Quadbecks Vorwurf: „Das ist etwas, wo die Leute nicht mehr mitkommen. Zumal er ja die Person wäre, die sich an die Spitze setzen könnte, in die die Leute wirklich Vertrauen haben. Jetzt bricht das weg.“

Angestrengtestes Rückzugsgefecht

„Ich schätze das mit Karl Lauterbach echt anders ein“, meldet sich die Ministerpräsidentin prompt. „Ich weiß, jetzt werden alle sagen, er SPD, ich SPD, aber Sie kennen mich, ich sag auch mal meine Meinung, wenn’s auch die eigene Partei betrifft.“ Ach ja? Die anderen grinsen.

Dann hält Schwesig ein feuriges Plädoyer für den bedrängten Genossen: „Er ist ein richtig guter Gesundheitsminister! Er kann alles wissenschaftlich begründen!

Bemühteste Verteidigungsrede

Zur Impflicht sagt die Politikerin: „Ja, er hätte etwas vorlegen und sich an die Spitze stellen können, wenn die Lösung gewesen wäre, dass Regierung was vorschlägt. Der Vorschlag ist aber, dass es jetzt eine ethische Debatte im Parlament gibt, wo keine Fraktion entscheidet.“

Schwesig weiter: „Dass Karl Lauterbach sich positionieren wird, und seine Stimme ein Gewicht hat, das ist doch klar, und ich bin auch sicher, dass er das auf allen Sendern erklärt.“ Heiterkeit in der Runde!

Eiertanz des Abends

Die Journalistin lässt sie damit aber nicht durchkommen: „Lauterbach hat am 5.1. gesagt, dass er einem Vorschlag vorlegt, und da war schon mehrere Wochen klar, dass es diese fraktionsoffene Abstimmung im Bundestag geben soll“, stellt sie nüchtern fest.

„Hm, hm“, brummt Schwesig nervös.

„Das ist ein sehr großer Widerspruch“, urteilt Quadbeck, „und da hat er einfach Vertrauen verloren.“

„Das ist kein Widerspruch“, behauptet die Ministerpräsidentin ungerührt und lenkt erst mal ab: „Sie haben in der Sache Recht, er hat es erst gesagt, und sicherlich auch, weil, Sie haben es ja selber beschrieben: Viele würden sich das wahrscheinlich auch wünschen und auch erwarten…“

Schlimmster Schwurbelanfall

„Weil“, holpert Schwesig weiter, „es so ein hohes Vertrauen, auch in der Politik, zu ihm gibt, auch parteiübergreifend. Aber in seiner jetzigen Entscheidung noch einmal zu sehen: Damit würde er die breite Debatte vielleicht von Anfang an zu sehr … hm, ja … überstrahlen oder … ähm … alleine führen, was er angeführt hat.“

Ihre verwegene Schlussbilanz: „Das ist ja eben eine Entscheidung, die hat er begründet, und mir ist es lieber, er sagt es, und erklärt es, und wir haben jetzt einen Gesundheitsminister, der jedenfalls mit uns spricht, und ich glaube nicht, dass das an seinem Vertrauen … ähm… weniger wird. Ich kann die Endentscheidung von ihm nachvollziehen.“ Tja.

Frommster Wunsch

„Durch eine Impfpflicht erzeugen wir so etwas wie eine Trotzreaktion“, fürchtet Yogeshwar. „Wir haben zugelassen, dass wir Lagerbildungen machen, wo wir von Impfgegnern sprechen. Klar, da gibt es auch Spinner, aber nicht nur…“

„Wenn wir zulassen, dass sich Leute selber als Impfgegner definieren“, doziert der ARD-Experte weiter, „dann spricht es natürlich für sich, dass ein Impfgegner sich nicht impfen lassen kann. Genau da müssen wir raus, denn das führt zu einer Verhärtung. Wir wollen alle zusammen durch die Pandemie…“ Ächz!

„Oioioi, Omikron ist wichtig, da sollten wir vorsichtig sein!“, spottet die Talkmasterin.

Taktischster Dialog

Wer in Berlin Führung reklamiert, der muss jetzt auch ein Gesetz vorlegen!“ knurrt Holetschek grimmig, „und das ist die neue Bundesregierung!“

„Ein Impfpflicht ankündigen, aber dann keine Idee haben, wie man sie umsetzt“, lästert Illner, „war das besonders clever von Olaf Scholz?“

Doch Schwesig kann auch Mikado: „Die Entscheidung ins Parlament zu geben finde ich sehr klug“, kontert sie. „Da kann man jetzt ungeduldig sein, aber wer ungeduldig ist, muss dann halt selber einen Gesetzentwurf vorlegen.“ Wer zuckt, verliert…

Letzte Mahnung

Ich finde, dass sich im Moment keine Partei mit Ruhm bekleckert“, murrt Quadbeck und geht noch mal auf Anfang: „Herr Lauterbach und Herr Scholz stellen sich hin und sagen, wir wollen das, aber dann sind sie nicht in der Lage, eine politische Führung zu übernehmen…“

Und der Bayer netzt die Vorlage trocken ein: „Das Thema muss Chefsache sein, und da muss der Kanzler jetzt liefern.“ Amen!

Fazit

Schlecht geschminkte Parteipropaganda, grobschlächtige Kloppereien und simples Gebetsmühlenmelken nach der  Methode „Strip, strap, strull, dann is der Eimer vull“. Die alten Fronten halten auch in Corona-Zeiten, und das war ein Talk der Kategorie „Auffrischungsinfo“.

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Demo-Zoff bei Plasberg. Lauterbach: Wir lassen uns nicht erpressen!

Es geht wieder los: (v.l.) Antonie Rietzschel, Prof. Karl Lauterbach, Anke Richter-Scheer, Torsten Frei, Claudia Kade, Frank Plasberg © ard

„Hart aber fair: Es geht wieder los. Wie hart werden die Wochen mit Omikron?“ ARD, Montag, 10.Januar 2022, 21 Uhr.

Neue Tage, alte Plage! Frank Plasberg fängt das neue Jahr dort an, wo er das alte beendet hat. Die Gäste:

Prof. Karl Lauterbach (58, SPD). Der altgediente Viren-Warner klettert heute zum ersten Mal als Minister in den Talk-Ring. Sein Credo: „Die Impfpflicht ist der Schlüssel! Mit ihr können wir diesen Spuk weitgehend beenden.

Thorsten Frei (48, CDU). Der Unionspolitiker wettert: „Beim Thema Impfpflicht herrscht Uneinigkeit in der Regierung. Das ist Führungsversagen in einer der größten Krisen unserer Zeit!“

Anke Richter-Scheer (59). Die Hausärztin klagt: „Die meisten Politiker werben vehement für das Impfen, aber das bringt nichts, wenn kein Impfstoff da ist!

Claudia Kade (49). Die Journalistin (WELT) macht klar: „Eine Impfpflicht muss absolut rechtssicher sein. Der Staat darf sich nicht blamieren!“

Antonie Rietzschel (35). Die Journalistin (SZ) ist wegen der Corona-Demos in Sorge: „Dort erleben wir gerade, wie sich ganz normale Menschen radikalisieren.“

Corona-Guru Lauterbach mit kritischen Geistern aus Politik, Medizin und Medien. Das Zoff-o-Meter lauscht auch die leisen Zwischentöne ab!

Quietschendster Start

Lauterbach kramt ein Trostpflaster aus dem Erste-Argumente-Kasten: „Wir haben die Welle gedämpft“, erklärt er forsch. Die Fallzahlen würden zwar weiter steigen, aber „wir lassen es nicht durchlaufen.“

Danach holt der Talkmaster die WELT-Journalistin in die Debatte: „Frau Kade, Sie beobachten in Berlin die Politik aus nächster Ehe.“ Hm – Versprecher gibt‘s immer mal, aber wo genau ist Plasberg jetzt mit seinen Gedanken?“

Gröbstes Foul

Der Minister versucht gleich noch mal, Wasser auf seine Mühlen zu leiten: „Man muss vorsichtig sein, dass man nicht übertreibt, aber es entspricht der Wahrheit, dass die Boosterimpfungskampagne, die wir derzeit in Deutschland haben, in der Europäischen Union sonst…“

Weiter kommt er nicht, denn der Talkmaster grätscht ihn gnadenlos ab, „bevor wir hier eine Feierstunde machen“. Rumms!

Klarste Ansage

Auch Hausärztin Richter-Scheer findet das Boostern einen Erfolg, nicht aber die Verteilung: Sie bekomme pro Woche nur Impfstoff für sieben Patienten.

Ihr nächstes Problem: Der Moderna-Impfstoff sei zwar super, gelte aber bei vielen als Impfstoff zweiter Klasse. Als Ärztin sage sie solchen Patienten: „Sie haben ein sehr hohes Anspruchsdenken! Wir sind in keinem Wunschkonzert!“ Für sie sind solche Forderungen „despektierlich der gesamten Menschheit gegenüber“. Uff!

Dringendster Appell

„Wir haben eine große Menge Moderna einkaufen können, die so groß ist, dass wir damit die gesamte boosterfähige Bevölkerung abdecken können“, freut sich der Minister. Und dass Biontech ein besserer Impfstoff sei als Moderna, sei „nicht der Fall“.

Der Biontech-Impfstoff solle für die unter 30-jährigen genutzt werden, für die er von der Ständigen Impfkommission ja auch empfohlen sei, fügt Lauterbach hinzu. Aber „für die Boosterimpfung wirkt Moderna genau so gut wie Biontech.“ Basta!

Peinlichster Wirrwarr

Zu den neuen Quarantäneregeln nimmt der Talkmaster  nicht etwa den Minister, sondern den CDU-Politiker ins Gebet: „Da kommt Unmut auf! Ab wann gelten die Regeln?“

„Die Verordnungen treten jetzt in Kraft“, antwortet Frei.

Diese Verordnung geht am Freitag durch den Bundesrat“, korrigiert ihn der Minister.

„Ich möchte Sie hier nicht blamieren, nicht vorführen“, sagt Plasberg daraufhin jovial zu Frei. „Es ist kompliziert…“

„Ich bin ja auch kein Vertreter der Regierung“, wehrt sich der CDU-Mann. „Deswegen brauchen Sie mich ja auch nicht zu fragen!“

Und Lauterbach genießt die Pleite des Kollegen: „Ich wollte Herrn Frei ja auch nur helfen“, behauptet er. Heiterkeit im Saal!

Schärfster Vorwurf

Der nächste Einspieler zeigt die Corona-Lage in England aus ARD-Sicht: Alle besoffen, alle ohne Maske, niemand auf Abstand. „Durchlaufen lassen“, vermutet Plasberg als Strategie der Briten, doch: Durchseuchung sei „vielleicht eine bewusste Entscheidung, vielleicht aber auch nur eine Ohnmacht, sich den Fakten zu beugen.“

Lauterbach haut volle Klinge in die Kerbe: „Es ist eine Wette, und aus meiner Sicht eine unethische Wette“, sagt er über den Verdacht, die Engländer könnten womöglich ganz bewusst auf Herdenimmunität setzen. „Bei uns wäre ein solches Experiment überhaupt nicht tragbar!

Bedenklichste Prognose

Die SZ-Journalistin zählt Gründe für die Demos gegen Corona-Maßnahmen auf: in Sachsen und Thüringen etwa sei es „diese DDR-Erfahrung“ und ein „sehr interessantes Demokratieverständnis: Wenn der Staat nicht tut, was ich erwarte, dann gehe ich auf die Straße, dann gehe ich in den Widerstand!“

„Ich bin ein hoffnungsloses West-Gewächs!“, meint Plasberg dazu staunend.

Rational sei da nichts zu machen, erklärt Rietzschel, denn: „Dazu muss ich erst mal anerkennen, dass es Corona überhaupt gibt.“ Und: „Das ist nicht vorbei. Es wird in Sachsen immer eine Gesellschaft geben, die neu mobilisierbar ist, durch eine AfD, durch rechtsextreme Gruppierungen.

Frechste Frotzelei

„Wie sehr beschäftigen Sie sich mit dem, was auf den Straßen vor sich geht, wenn Sie Entscheidungen zu treffen haben?“ will Plasberg von dem Minister wissen. „Wenn Herr Lauterbach das Wort ‚Studie‘ in den Mund nimmt, wer hört dann zu?“

„Wir verändern unsere Beschlusslage nicht, weil eine kleine Gruppe hier Druck macht“, kontert der Gesundheitsminister sauer. „Das ist einfach ausgeschlossen. Wir lassen uns nicht erpressen!“

Beklemmendste Info

Über die vielen Morddrohungen sagt Lauterbach: „Das wird bei mir sehr systematisch recherchiert, und zum Teil auch erfolgreich. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele auch mit Nennung des Klarnamens Mordaufrufe und Drohungen artikulieren.“

Konsequenz, so der Minister: „Dann setzt natürlich die Verfolgung ein, und dann kommt es auch zu Ermittlungen und Bestrafungen. Mir machen die Kommunalpolitiker viel mehr Sorgen, weil sie der gleichen Bedrohung ausgesetzt sind, aber bei weitem nicht das gleiche Schutzniveau haben wie ich.“

Emotionalste Erzählung

„Arztpraxen haben mittlerweile Polizeischutz“, fügt die WELT-Journalistin hinzu. „Krankenschwestern werden bedroht, wenn sie sich in der Klinik fürs Impfen aussprechen. Lehrer, die mit den Schülern über das Impfen sprechen – alle kriegen da richtig Druck!“

„Ein Kollege, der jünger ist als ich, ist über Weihnachten, zwei Mal geimpft, an Corona erkrankt und vorletzte Woche verstorben“, schildert die Hausärztin sichtlich mitgenommen. „Das geht nahe, wenn man sieht, dass man das Ganze vermeiden könnte, wenn einfach jeder geimpft wäre.“

Wichtigste Ankündigung

Lauterbach baut bereits an der nächsten Brandmauer: „In Israel hat man jetzt eine vierte Impfung versucht“, berichtet er. „Man macht sie drei bis vier Monate nach der dritten Impfung, aber es könnte sein, dass der optimale Abstand sechs Monate beträgt. Sobald wir sicher sind, wird es eine Empfehlung geben.“

Dann geht das Zoff-o-Meter doch noch los

Zu Thema Impfpflicht prasseln Fragen auf den Minister ein: Wann, was, wer, wie? „Es wird Gruppenanträge geben“, kündigt Lauterbach in ungewohnter Kürze an. Das soll es dann auch schon gewesen sein.

Der Runde reicht das natürlich in keinster Weise. „Sie beteiligen sich doch auch als Abgeordneter an einem Antrag“, macht Plasberg ihn an. „Ist das Feigheit? Von Herrn Scholz stammt der Satz ‚Wer Führung bestellt, bekommt sie‘. Wo ist sie?“

Härteste Attacke

Lauterbach will sich wie sein Chef durchscholzen: „Es wird mehrere Anträge geben“, wiegelt er ab, „und die Anträge müssen natürlich auf alle Fragen eine befriedigende Antwort geben…

„Der Bundeskanzler sagte im November, er möchte, dass spätestens im März eine Impfpflicht umgesetzt werden kann“, setzt Frei nach, „und die Bundesregierung legt keinen Vorschlag vor, wie so etwas rechtssicher umgesetzt werden kann. Dass sie weder einen Vorschlag macht, noch diese Fragen dem Parlament beantwortet, ist nicht akzeptabel!

Sarkastischstes Schlusswort

„Wir haben immer sehr gut zusammengearbeitet in den zwei Jahren!“, keilt der Minister zurück. Ich warne davor, anlässlich des Themas Impfpflicht, was auch so ein Sprengpotential in der Bevölkerung hat, dass wir da Parteipolitik machen!“

Dann geht der Talk endgültig den Lauterbach runter: „Wir werden, wenn die Gruppenanträge kommen, zuarbeiten“, verspricht der bedrängte Minister in erkennbarer Erklärungsnot. „Ich werde mit meinem Haus helfen, selbst wenn das Anträge sind, die mir persönlich noch nicht mal gut gefallen.“ Die gewünschten Auskünfte aber gibt er nicht.

„Herr Lauterbach“, stoppt der Talkmaster schließlich das Geschwurbel, „das klingt wirklich nach Champions League der Demokratie.“ Amen!

Fazit

Rhetorischen Dehnübungen, klingelnde Beschwichtigungslyrik und trotzdem hoher Renitenzfaktor: Das war ein Talk der Kategorie „Schlappstart“.